Die Zahl der Menschen, die unter sozialen Ängsten leiden, nimmt in unserer Gesellschaft zu. Wissenschaftliche Schätzungen deuten darauf hin, dass die Lebenszeitprävalenz der Sozialen Angststörung in der Bevölkerung bei etwa 5 % bis 12 % liegt, was sie neben Depressionen und Alkoholabhängigkeit zu einer der häufigsten psychischen Erkrankungen macht. Was oft als „nur ein bisschen schüchtern“ abgetan wird, ist für viele Betroffene ein enormer Leidensdruck und eine ernstzunehmende psychische Belastung. Frauen sind laut Studien etwa anderthalbmal häufiger betroffen als Männer, und die Störung beginnt oft schon in der Jugend.
Stell dir vor, du hast ständig Angst, negativ bewertet, kritisiert oder abgelehnt zu werden. Diese Furcht basiert oft auf einer katastrophalen Gedankenspirale, bei der Betroffene selbst bei geringen Anzeichen von Missbilligung eine höchst unwahrscheinliche soziale Katastrophe erwarten. Diese Furcht kann einfache Alltagssituationen wie ein Gespräch führen, gemeinsam essen oder vor anderen sprechen, zu einer unüberwindbaren Hürde machen.
Symptome wie Erröten, Herzrasen, Zittern oder Schwitzen, Magengrummeln, Magenschmerzen in sozialen Situationen verstärken die Angst vor der "Blamage" zusätzlich. Am Ende kommt es zur Vermeidung anstrengender Situationen.
Offenheit ist der erste Schritt. Soziale Angst ist behandelbar, aber dafür braucht es den Mut, sich Hilfe zu suchen.
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